Sauðanes


Sauðanes ist einer dieser unzähligen Orte in Island, wo sich sozusagen die (Polar-)Füchse Gute Nacht sagen. Ein einsamer Ort, die Spitze der Halbinsel Tröllaskagi ganz im Norden der Insel, und bis zur Eröffnung des Strakagöng-Tunnels nach der Heringshauptstadt Siglufjördur im Jahr 1967 war hier die Welt auch wirklich zu Ende. Aber die Theorie einer Belebung des Ortes hat sich seitdem nur gering in der Praxis bewahrheitet und an der Einsamkeit des Weilers änderte sich nicht allzuviel, Auge in Auge mit dem Blick auf das an Spitzbergen vorbei zum Nordpol reichende eisige Nordmeer. Hier Leuchtturmwärter zu sein, ist, einmal abgesehen von der naturgemäßen Einsamkeit dieser zumeist auf Klippen abseits von bewohnten Gegenden befindlichen Türme, eher eine Berufung für eher zivilisationsmüde Menschen. Und dieser hier in sattem Gelb erstrahlende Turm ist nur durch eine ziemlich abschüssige und schmale Schotterpiste mit der Straße Nr.76 verbunden, wobei mir ein Rätsel bleiben wird, wie die Teile des hohen Funkmastes und der dafür bestimmt erforderliche Kran dort ohne Unfall hinunter gebracht worden sind. Aber die Nachfahren der Wikinger haben bestimmt schon schwierigere Probleme gemeistert.