Saurbaerjakirka


Weit schneidet sich das Tal von Eyjafjardara aus nördlicher Richtung hinein in die zentrale Hochfläche Islands, umrahmt von bis zu 1400 Metern aufragenden Bergen mäandert der gleichnamige und ziemlich wasserreiche Fluß durch ein recht breites Tal dem längsten Fjord Islands, dem Eyjafjördur entgegen, welchen er bei Akureyri, der außerhalb des Großraums Reykjavik mit 19000 Einwohnern größten Stadt Islands, erreicht und welcher dann nach weiteren etwa 60 Kilometern knapp unterhalb des Polarkreises in den Nordatlantik mündet. Auffallend viele Kirchen sind in diesem etwa 40 Kilometer langen und eher wenig besiedelten Tal auszumachen, die älteste ist wohl die für einen deutschsprachigen Betrachter etwas seltsam benannte Saurbæjarkirkja. Nun, ein Übersetzungsversuch ergibt keinen Hinweis auf saure Beeren oder gar Bären, sondern auf eingemeindete (bæjar) Exkremente (Saur) und läßt einen doch ziemlich ratlos zurück. Aber wenn Ratlosigkeit das Nachdenken anregt, dann hat sie doch zumindest einen gewissen Nutzen entfacht . Erhellender stellt sich dann aber die Geschichte der Kirche dar: Im Jahr 1858 aus den mittels Grassoden verbundenen hier im Überfluß vorhandenen Steinen errichtet und mit Holz ausgekleidet, das Dach aus einer mit ebensolchen Soden abgedichteten Holzlattung zusammengefügt. Ziemlich dicke Wände sind das Resultat und die Errichtung eines Glockenturmes läßt sich so kaum realisieren, weswegen das Geläut dann eben über dem Eingang des Gebäudes angebracht ist. Ein typischer Bau für die vorindustrielle Zeit auf der Insel, als die Ressourcen doch noch knapp waren. Sechs Kirchen sind von dieser Bauart noch erhalten geblieben, diese soll wohl die größte sein.