Hunafloi

Hunafloi: "Bucht des jungen Eisbären" wird der westlichste und größte der nördlichen Fjorde Islands genannt. Seewärts, am Übergang in den Nordatlantik bestimmt dreißig Kilomter breit, trennt er die markante, auch auf Landkarten mit großem Maßstab gleich einer riesigen Hand erkennbare Nordwesthalbinsel, die Nordwestfjorde, von der wie eine plumpe Schnauze eines phantastischen urzeitigen Tieres aufragenden Halbinsel Skagi. Weiter landwärts dagegen teilt sich die Bucht in Hrutafjördur und Hunafjördur, getrennt durch die spitze und ein wenig nach rechts kippende Halbinsel Vatnsnes. Ein recht dünn besiedelter Ort, zumindest wenn man die menschlichen Wesen als Maßstab der Betrachtung wählt, um ein Vielfaches jedoch übertroffen von der Anzahl der vierbeinigen Fleisch- und Woll-Lieferanten, welche mümmelnd und wiederkäuend die Wiesenlandschaft durchstreifen. In diesem Falle angeführt von zwei prächtigen schwarzen Exemplaren ihrer Gattung. Im Winter, so erzählt man sich, werden hier zuweilen Eisbären mit Treibeis vom knapp 300 Kilometer entfernten Grönland her angetrieben. Da kann es dann auch für schwarze Schafe recht eng werden. Eigentlich wie im richtigen Leben der Menschen, oder?