Bayaziyeh

Bayaziyeh, auf persisch قلعه+بیاضه, ein kleiner Flecken, gelegen in der großen Kafir-Wüste: Am 16.September 1978 beim Erdbeben von Tabas mit 25000 Toten stark beschädigt und in den Jahren danach von vielen ihrer Bewohner verlassen, dämmern unter der sengenden Sonne zerfallende Lehmbauten vor sich hin. Muß man diesen Ort besuchen? Nein? Vielleicht doch! Immerhin: Eine Burg krönt im ehemaligen Ortskern das ganze Ensemble, eine Zitadelle, von den Einwohnern der Stadt zum Schutz vor einfallenden Räubern und Kriegern im wesentlichen aus Lehm errichtet, stabil und den Zeitläufen über viele lange Jahre trotzend. Bis zu dem Erdbeben, welches hier seine Wunden schlug und auch die verbleibenden Bauten mit Rissen für weitere Zerstörungen durch Regen und dem hier in der Wüste durchaus vorkommenden Frost vorbereitet hat. Und so lassen sich hier jetzt geradezu malerische Ruinen betrachten, gekrönt von einer Moschee mit vergoldeten Dächern und Minaretten. Die Zeiten haben sich eben gewandelt: Der Schutz vor äußeren Feinden ist nicht mehr erforderlich, jetzt sind es die inneren Feinde im Bewußtsein der Menschen, welche von der Obrigkeit für gefährlich erachtet werden. Aber immerhin werkeln in der Burg Restauratoren an der Umgestaltung zu einem Museum und es besteht die Hoffnung, daß diese sich in zweihundert Jahren weiterhin dann über dem vom Rest der Stadt übriggebliebenen Lehmhaufen erhebt, flankiert von der dann vielleicht noch vorhandenen Moschee.