Oase Garmeh


Garmeh oder ich träume von der Einsamkeit der Dasht-e Kafir, der großen Kafirwüste! Trocken ist es, egal ob nun die Sonne unbarmherzig von oben brennt oder gerade ein Sandsturm seine feinen Bestandteile in die Ritzen meiner Kleidung und auch in Mund, Nase, Augen und Ohren eindringen läßt, während mich das Kamel unter mir mit stoischem Paßgang durch die unwirtliche Gegend schaukelt. Ich ergebe mich meinem Schicksal, wo sollte ich auch sonst hin? Die vereinzelten Trockensträucher links und rechts der Karawane strömen keinerlei Vertrauen aus, mir das Überleben in dieser Einöde zu sichern. Rumms! Das Kamel, ja ist es denn verrückt geworden? Es macht einen gewaltigen, völlig untypischen Satz und ich schlage erschreckt die Augen auf! Schadenfrohes Lachen neben mir, ob ich denn durch das Dach des Jeeps fliegen möchte? Und hinter mir versinkt ein gewaltiges Schlagloch im aufgewirbelten Wüstensand, während ich mir mißmutig die schmerzende Fontanelle reibe. Aber was ist das? Grüne Einsprengsel im Braungrau der Wüste, erst langsam, dann immer schneller wachsen sie zu Palmen heran, dazwischen sind inzwischen Lehmbauten zu erkennen, die Straße verzweigt sich und dann sind wir auch schon angekommen, in der Oase Garmeh, einem Ort der Stille und Einkehr für die nächsten zwei Tage. Welchen Eindruck muß diese Annäherung in früheren nichtautomobilen Zeiten auf einen erschöpften Reisenden mit vom Kamelritt wunden Hinterbacken und voller Angst, es könnte sich wieder nur um eine Fata Morgana handeln, gemacht haben! Auch wenn wir hier öfters über das Wetter schimpfen, mal ist es zu warm, dann zu kalt, dann zu naß, wir sollten uns über unsere "gemäßigte" Zone freuen, gepaart mit Hochachtung vor den Menschen, welche seit Jahrhunderten viel unwirtlichere Bedingungen zu meistern gelernt haben.

  Aber der verwunschenste Ort in der Nähe ist zweifellos Khonj ------>      nach Khonj