So wunderschön kann Winter sein!

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Wintermorgen: Am Abend vorher hat es noch geschneit, dann verkrümelten sich die Wolken und der neblige Dunst schlug sich gefrierend in der beginnenden Kälte auf den Bäumen nieder, von einem eisigen Windhauch während des Erstarrens zu bizarren Gebilden geformt. Ein atemberaubender Sternhimmel wölbt sich über dem dunklen Wald und der Mond leuchtet erstaunlich hell über der Schneelandschaft, unfähig, mit seinem kalten Licht der im Frost erstarrten Landschaft etwas Wärme zu bringen. Aber dann: Mehr und mehr erhellt sich der Himmel ins Strahlendblau und dann steigt sie im Südosten mit gleißendem Licht über die Wipfel der Bäume, die Sonne, erleuchtet die glitzernden Schneefelder und die mit frostlichem Lametta behangenen Bäume. Wie das glitzert und leuchtet! Stille über der mit meterhohem Schnee bedeckten Landschaft. Ein erster Hauch von Wärme überzieht die Nasenspitze des andächtig verharrenden Fotografen, der verstärkt sich mit steigender Sonnenbahn und leckt an den im Rauhreif erstarrten Bäumen. Langsam mischen sich in die Stille Knister, Rutsch- und Tropfgeräusche, zeugen von der Kraft der Sonne, welche, derzeit zwar noch gebremst, aber in absehbarer Zeit dem Winter den Garaus machen wird.

Wintertag: Gleißendes Licht, reflektiert durch Myriaden von Schneekristallen, blendet die Augen der Wanderer dort, wo es die Januarsonne schafft, über die Wipfel der im Windhauch leicht rauschenden Fichten aufzusteigen. Ansonsten Stille auf der einsamen, mit meterhohem Schnee bedeckten Waldwiese. Die Pflanzen warten unter der dicken Schicht gefrorenen Wassers auf den Frühling, die Tiere haben sich tief im Dickicht des Waldes verkrochen, kein Wunder, denn der Feuerball über dem blauen Himmel bringt nicht einmal den die Wipfel der Bäume bedeckenden Rauhreif zum Abtauen und ihre über den Schnee wandernden Schatten werden schon wieder länger. Aber doch, ein Hauch von Wärme überzieht Wangen und Nasenspitze beim Drehen zum Licht hin und lässt sich mit geschlossenen Augen genießen, während sich die Lungenflügel mit frischer, frostiger Luft füllen.

Wintermärchen: Ein eisig-feuchter Hauch wabert über den Kamm des Erzgebirges mit seiner in Frost und Rauhreif erstarrten Natur. Die tiefstehende Januarsonne schafft es kaum, den aufziehenden Dunst zu durchdringen, und schon gar nicht, der Landschaft auch nur ein bisschen Wärme zu spenden. Alles ist unter einer dicken Schneedecke begraben, die Tiere haben sich in den geschützten Niederwald zurückgezogen. Stille und Erstarrung? Nicht ganz: Kaum sichtbar bewegen sich die wenigen, vom letzten Orkan verschonten Fichten in der Luft und manchmal ertönt ein leichtes Knacken von der auf ihnen lastenden glitzernden Pracht her, selten verstärkt durch mit dumpfem Laut zu Boden fallende Eis- oder Schneebrocken. Einige Wochen wird es noch dauern, bis die Kraft der Sonne der ganzen märchenhaften Pracht den Garaus machen wird.


Winterstrahlen: Sehr spät ist es noch nicht an diesem Nachmittag geworden, als sich die Bahn der Wintersonne schon wieder dem Horizont nähert und die wenigen Bäume auf der sturmzerzausten Hochebene lange Schatten zu werfen beginnen. Nicht viel Wärme hat das helle Gestirn während seines kurzen Laufs über den Himmel gespendet, sie verfliegt recht schnell in den Weiten der Atmosphäre, kalt glitzert der Schnee und schimmern die rauhreifbehafteten Äste der Bäume im blendenden Licht, wenn nicht gerade eine Windböe Fontänen von Eiskristallen in die Luft wirbelt. Im nicht sehr fernen Wald zieht langsam die Dunkelheit ein, die offene Ebene wird ihm darin bald nachfolgen. So wird es Zeit, in den gemütlichen Gastraum der nahen Wirtschaft auf einen Glühwein und einen "Schieböcker" einzukehren.

Winterabend: Die Sonne ist gerade im Dunst verschwunden, aus den Wäldern im Tale wabern erste Nebel herauf, Erlkönigs Töchter werden recht bald auch das letzte Stückchen blauen Himmels verschwinden lassen. Myriaden durch das Sonnenlicht angetauter Wassertropfen sind schon wieder zu glitzernden Eiskristallen erstarrt, der erneut erkaltete Schnee knirscht unter den Skiern der über die zerzauste Hochebene rutschenden Wanderer, ein Hauch von Ostwind zeugt von einer herannahenden bitterkalten Nacht. Vor einer Stunde noch mit ausgezogener Jacke auf einer Bank die Sonnenstrahlen genossen und nun schon die Mütze tiefer ins Gesicht gezogen, auch das letzte Glied des Reißverschlusses geschlossen und die Handschuhe in die Jackenärmel gesteckt! Ein paar Kilometer sind es schon noch zur nächsten menschlichen Siedlung, auf gespurter Loipe immer leicht bergab vom Kamm herunter und in die anbrechende Dunkelheit hinein. Und wie schön ist es dann, den langen Abend beisammen zu sitzen, einen riesigen Topf Spaghettis zu leeren, garniert mit heißem Tee und Glühwein. Winter eben.

Winternacht: Stockdunkle Nacht ist es geworden. Über uns rauschen die Bäume in der Dunkelheit, ohne Lampen ist der Weg nicht mehr auszumachen. Da: Plötzlich geben die schnellziehenden Wolken die Sicht auf den Vollmond frei und geradezu unwirklich hell ist der verschneite Bergwald in ein geisterhaftes Licht getaucht. Nur, viel ist in der Landschaft trotzdem nicht zu erkennen! Aber zu hören! Raschelt da vorne nicht gerade etwas, knackt links ein Ast, und stammt der dahinten im dunklen Wald ertönende unheimlich-erschauernde Ruf wirklich von einer Eule? Ein wenig Beklommenheit macht sich breit, aufmerksam-angespannte Blicke mustern die dunklen Wälder. Man sagt ja, dass hier bei Vollmond allerlei Geister, Hexen und Kobolde ihr Unwesen treiben, die Menschen verwirren und vom Pfad weg in das Dickicht locken, aus dem dann nach Erlöschen des Mondlichtes kein Entkommen mehr ist.


Schon eine ganze Weile um uns herum dunkle Nacht, und auch den inzwischen angestauten Appetit auf ein nahrhaftes Abendessen und einen Glühwein als gering zu bezeichnen, wäre doch gewaltig untertrieben. Aber was schimmert da immer stärker durch die verschneiten Fichten? Ist es eine Laterne, hier mitten im Wald? Und dann, nach der letzten Steigung, da steht sie, die Laterne mit ihrem bläulichen Licht. Uninteressant. Viel hoffnungsvoller aber macht sich der Blick auf das von Schwibbögen hellerleuchtete Haus in der Mitte der einsamen Waldlichtung, dieses verheißt Wärme, Licht und einen gemütlichen Abend in einer rustikalen Wohnküche. Die kleine Steigung bis dorthin ist schnell überwunden.... So schön kann Winter sein!